Hilfe bei Gicht: Ernährung

Die Ernährung spielt bei Gicht eine besonders wichtige Rolle.

Dabei geht es nicht darum, sich völlig karg zu ernähren und auf alles zu verzichten.

Um Gichtanfälle und zerstörte Gelenke zu verringern, reicht es häufig, wenn man bei der Ernährung einige Grundregeln befolgt.

Die Grundregel Nummer eins lautet: Purinarme Nahrungsmittel bevorzugen.

Die Purine werden nämlich bei der Verdauung in die Gicht-verursachende Harnsäure umgewandelt.

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Nahrungsmittel mit viel Purinen

Purine sind vorwiegend in Fleisch-Produkten enthalten.

Dabei sind es in erster Linie Innereien wie Niere, Leber und Gehirn, die ganz besonders viele Kalorien enthalten. Auch andere Fleischarten, vor allem fettes Fleisch wie Schweinebraten, enthalten relativ viele Purine.

Bei den pflanzlichen Nahrungsmitteln sind es vor allem Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Erbsen und Linsen, die über eine gewisse Purinmenge verfügen. Diese Purinmenge ist jedoch erheblich niedriger, als die Purine in Innereien.

Damit man sich purinarm ernähren kann, ist es hilfreich, wenn man sich einen Überblick verschafft, welche Nahrungsmittel besonders viele Purine enthalten.

Dann sucht man sich vergleichbar leckeren Nahrungsmittel heraus, die weniger Purine enthalten.

Dies sind bei Fleisch beispielsweise Rinderbrust, Hähnchenschlegel (Grillhähnchen meiden) oder Putenschnitzel, Wienerle oder Hase.

Auch manche Fischarten enthalten relativ wenig Purine, z.B. Räucheraal, Scholle, Zander und Kabeljau. Andere Fischarten sind hingegen stark purinhaltig, z.B. Sprotten, Makrele, Forelle, Hering und Ölsardinen.

Beachten sollte man auch, dass Bierhefe viel Purine enthält. Da man von der Hefe aber meistens nur sehr wenig zu sich nimmt, beispielsweise in Backwaren, spielt der hohe Puringehalt der Hefe in der Praxis meistens kaum eine Rolle. Nur beim Bier kann sich der Hefegehalt ungünstig auswirken, weil der Alkoholgehalt im Bier zusätzlich bremsend auf die Harnsäureausscheidung wirkt.

Wenn man die gefährlichsten Nahrungsmittel erst einmal herausgefunden hat, ersetzt man sie durch ungefährliche Nahrungsmittel.

Ansonsten kann die Ernährung zu großen Teilen so bleiben zuvor.

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Gicht-Diät häufig überbewertet

Viele Gichtratgeber legen einen massiven Schwerpunkt auf die strenge Einhaltung einer Gichtdiät.

Dabei hat sich herausgestellt, dass die purinarme Ernährung zwar hilfreich ist, aber bei weitem keine Gelinggarantie bei der Gichtbehandlung bietet.

Wichtig ist es wohl, dass man die stärksten Purinquellen, z.B. Innereien und grosse Fleischportionen weitgehend meidet.

Ansonsten hilft es jedoch kaum, wenn man bei jeder Mahlzeit streng auf purinarme Nahrungsmittel achtet.

Die Wirkung von regelmässig eingenommenen Gichtmedikamenten, z.B. Allopurinol, hat offenbar eine erheblich stärkere Wirkung zur Vermeidung von Gichtanfällen und Gelenkschädigungen.

Manche Ratgeber empfehlen zur Gichtbehandlung sogar eine extreme Verzichtsdiät verschiedenster Art.

Besonders beliebt ist eine strenge Vollwertkost, andere empfehlen rein vegetarische oder gar vegane Ernährung.

Die Gicht-Ernährung bietet Gesundköstlern offenbar einen wunderbaren Tummelplatz, um ihre strenge Ernährungsform zu propagieren.

Abgesehen davon, dass manche Gesundernährungsweisen Übergewicht abbauen und die Verdauung verbessern, was indirekt gegen Gicht helfen kann, kann man von speziellen Kostformen keine direkte Heilwirkung auf die Gicht erwarten.

Gicht-Ernährung bei Übergewicht

Häufig tritt die Gicht zusammen mit Übergewicht auf. Übergewicht erhöht die Gefahr, bei entsprechender Veranlagung an Gicht zu erkranken.

In diesen Fällen ist eine deutliche Ernährungsumstellung vor allem zum Abbau des Übergewichtes angezeigt, weniger allein wegen der Gicht.

Das Übergewicht sollte so weit wie möglich abgebaut werden, dies aber nur langsam und allmählich.

Dass man nur langsam abnimmt ist sehr wichtig, denn durch schnelles Abnehmen können Gichtanfälle ausgelöst werden (siehe: Akuter Gichtanfall durch strenge Diäten).

Langsames Abnehmen hat auch mehrere weitere Vorteile.

Zum einen hat die Haut beim langsamen abnehmen genügend Zeit um mit zu schrumpfen. Man bleibt also straff anstatt sich mit schlaffer Hängehaut herumschlagen zu müssen.

Ausserdem hat man bei langsamem Abnehmen meistens weniger Probleme mit dem Jojo-Effekt. Man kann das schlanke Gewicht also besser halten, als wenn man sehr schnell abgenommen hat.

Die Ernährung beim Abnehmen als Gichtpatient entspricht im Wesentlichen der allgemein üblichen Schlankheits-Ernährung: Viel Gemüse und Obst, wenig Kohlenhydrate und Fett.

Auf eine Eiweiss- und fleischlastige Schlankheits-Diät sollte man jedoch besser verzichten, weil man sonst zuviele Purine zu sich nimmt.

Besser ist eine abwechslungsreiche Mischkost mit Schwerpunkt auf Gemüse, Salat und Obst.

Trinken

Für Gichtpatienten und Menschen mit Hyperurikämie ist ausreichendes Trinken ganz besonders wichtig.

Nur mit einer ausreichenden Flüssigkeitsmenge sind die Nieren in der Lage, die Harnsäure gut genug auszuscheiden.

Täglich sollten zwischen 2 und 3 Liter getrunken werden, bei starker Hitze und Schwitzen noch deutlich mehr.

Ein Teil der Flüssigkeit kann aus der Nahrung und aus Getränken wie Kaffee, Tee oder Säften kommen.

Ein möglichst grosser Teil der Flüssigkeitsmenge sollte jedoch direkt als Wasser getrunken werden.

Dazu eignet sich sowohl Mineralwasser als auch Leitungswasser.

Die gesamte Flüssigkeitsmenge verteilt man am besten in kleinen Portionen über den ganzen Tag, damit die Nieren immer gut mit Flüssigkeit durchspült werden.

Einerseits verbessert reichlich Flüssigkeit die Harnsäureausscheidung und andererseits schützt sie auch die Niere vor zu stark konzentriertem Harn.

So kann einer Gichtniere und Nierensteinen vorgebeugt werden.

Siehe auch: Gichtniere


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